
Die Frau des Serienkillers von Alice Hunter
Der Auftakt einer neuen Reihe weckte mit seinem vielschichtigen Titel mein Interesse.
Ein Thriller nicht aus der Sicht des Täters, und nicht aus der Sicht des Opfers, sondern aus der seltenen Sicht eines Angehörigen, der Frau eines mutmaßlichen Killers.
Und doch ist Beth, Ehefrau und Mutter einer dreijährigen Tochter der gesellschaftlichen Ächtung nicht hilflos ausgeliefert.
Geschickt nutzt sie Kontakte wo auch immer sich ein Vorteil für sie auftut, um sich und ihre Tochter zu schützen.
Für geübte Leser ist schon früh zu erahnen, dass Beth noch mehr zu bieten hat, als die Rolle der geschockten und leidenden Angehörigen.
Im Vordergrund stehen nicht die Morde, obwohl die Perspektive immer wieder zwischen Beth und ihrem Mann wechselt, sondern das zwischenmenschliche Miteinander.
Faszinierend und ähnlich spannend wie „Girl on the Train“.
4 von 5 Sternen

Das Fest von Lucy Fricke
„Die Sehnsucht von den eigenen Fehlern erlöst zu werden.“ So beschreibt Ellen den eigentlichen Wunsch im Alter noch einmal jung sein zu wollen.
Verpasste Gelegenheiten nutzen, die nie wiederkamen, Fehler ungeschehen machen, das, was sich im Nachhinein als Wertvoll erwies, schützen und wertschätzen.
Und das ist auch die Grundthematik dieses Werkes. Ellen ist nur nicht die Protagonistin, sondern die gute Fee für Jakob.
Jakob betrachtet sein Leben als gescheitert. Sein Ruhm als Regisseur ist stark verblasst, die Liebe ist ihm durch die Hände geronnen wie Sand. Und Schuld drückt ihn nieder.
Zu seinem fünfzigsten Geburtstag schickt Ellen den nichtsahnenden Jakob auf eine Reise in seine Vergangenheit. Über Monate hat sie die Menschen, die für ihn wichtig waren, ausfindig gemacht und sie zu diesem Tag zu einer Verschwörung geladen.
Denn rein zufällig, wie es scheint, trifft Jakob im Laufe des Tages all diese Menschen. Mit Wehmut werden schöne Erinnerungen wiederbelebt, Schuld eingestanden und um Vergebung gebeten. Jakob findet wieder Geborgenheit, Liebe und Zuversicht.
Dass er dabei von einem Unfall in den nächsten Schlittert versinnbildlicht nur noch mehr, dass nichts im Leben leicht ist. Am wenigsten die wichtigen Dinge.
5 von 5 Sternen

Bloodguard von Cecy Robson
Der Gladiator trifft auf sarah Maas.
Leith ist Gladiator. Um seine Mutter und Schwestern in einem hungernden Land versorgen zu können, hat er sich verkauft und ist Sklave in einem korrumpierten System der Gladiatorenkämpfe geworden.
Ursprünglich als Auswahlkämpfe für die Leibwachen der Königsfamilie eingeführt, sind die Kämpfe zu einem Abschlachten von Mittellosen und Verzweifelten geworden.
Trotz der Aussichtslosigkeit kann sich Leith jedoch behaupten.
Als er großspurig einen Elfen aus den Zuschauerrrängen provoziert, tötet er diesen im darauffolgenden Zweikampf. Zurück bleibt die Verlobte des Getöteten, die Elfe Maeve. Und Maeve ist nicht gerade am Boden zerstört.
Maeve, die so völlig unnahbar und kalt erscheint, fesselt Leith. Dass Sie dem Hochadel angehört und die letzte legitime Thronanwärterin ist, führt im Laufe des Buches zu einer fesselnden Mischung aus blutrünstigen Kämpfen und politischen Ränkespielen.
Ein sehr unterhaltsames Fantasy-Werk, welches in einem Band abgeschlossen ist.
4 von 5 Sternen